Aus der Praxis

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Zwischen Wesel und Emmerich gräbt sich der Rhein immer tiefer in sein Flussbett. Einige Zentimeter Gestein trägt der Strom jährlich ab und transportiert es flussabwärts. Um dieser Sohlenerosion entgegenzuwirken, ist das niederrheinische Wasserbauunternehmen Hülskens Wasserbau seit 10 Jahren permanent vor Ort.

Im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Rhein gibt das Wasserbauunternehmen Hülskens Geschiebe aus Kies und gebrochenem Naturstein unterschiedlicher Kornzusammensetzung zu. Die Positionierung der schwimmenden Geräte und die Dokumentation der Arbeiten erfolgen mittels Korrekturdaten der AXIO-NET.

Nicht weniger als 3.000 – 5.000 Tonnen Material bringt die Schute an exakt definierten Stellen ein – pro Woche, im Schnitt weit über 100.000 Tonnen im Jahr bei zwei Fahrten täglich. Bei diesen Zahlen macht sich die präzise Arbeit mit DGNSS-Positionierungssystemen schnell bezahlt. Schute und Peilboot wurden durch die ALLSAT mit Javad-Empfängern für GPS- und GLONASS-Signale ausgestattet und fahren mit der Minimalbesatzung, was Personalaufwand und -kosten gegenüber konventionellen Verfahren erheblich verringert, eine teure und diebstahlgefährdete Referenzstation ist bei Nutzung des Korrekturdienstes nicht erforderlich. Nicht zuletzt dienen die Geodaten auch der genauen Abrechnung mit dem Auftraggeber, dem Wasserschifffahrtsamt.

In regelmäßiger Folge verstärkt Hülskens die Mannschaft durch einen Vermessungsingenieur. Bevor ein neuer Zugabebereich freigegeben wird, wird der Urzustand der Rheinsohle auf der gesamten Breite mittels Fächerecholot hergestellt. Nach Abschluss der Geschiebezugabe in diesem Bereich wird erneut die Sohle komplett aufgenommen. Daraus werden Differenzmodelle in Streifen und Blöcken erstellt, um festzustellen, wie sich der Geschiebetrieb verhält. Dies ist Grundlage für die Planung der weiteren Arbeiten.

„Durch den Referenzdienst können wir uns in den übrigen Zeiten unserer eigentlichen Aufgabe widmen, dem Wasserbau“, begründet Wilhelm Terhorst, Bereichsleiter Hydrographie und zuständig für den Ausbau Niederrhein bei Hülskens Wasserbau, die Entscheidung für den AXIO-NET-Service. Der studierte Bauingenieur war schon beim Pilotprojekt im Jahr 2000 dabei. Damals wurden en bloc über 250.000 Tonnen Geschiebematerial eingebracht, die Positionierung ohne Referenzdienst allerdings war ungleich aufwändiger als heute.

Mittlerweile ist Hülskens unangefochtener Marktführer im Bereich Geschiebemanagement und setzt die Daten der AXIO-NET deutschlandweit ein. Die nächste Dauerbaustelle freilich ist nicht weit entfernt: Wenige Kilometer flussaufwärts, zwischen Düsseldorf und Krefeld, bringen die Spezialisten aus Wesel jedes Jahr eine vergleichbare Menge Geschiebematerial ein – große Teile davon stammen, wie auch am unteren Niederrhein, aus den eigenen Kiesgruben, das restliche Material kommt vom Oberrhein, aus der Eifel sowie aus dem Neandertal.

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Aus der Praxis

Die Korrekturdaten der AXIO-NET lassen sich auch unter Wasser nutzen.

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